Jean Gebser Einführung

GELEITWORT von Joachim Illies zu Jean Gebser dreibändigen Hauptwerk “Ursprung und Gegenwart” Quelle: Jean Gebser “ Ursprung und Gegenwart” Band 2 der Gesamtausgabe Erster Teil Seite 1-15

“Stets bewegt den Menschen die Frage nach dem Ursprung, stets spürt er den schicksalhaften Sog im Strom sich wandelnder zeitlicher, religiöser und wissenschaftlicher Strukturen. So bleibt ihm heute wie zu allen Zeiten das fraglose Hinnehmen, das wissenlose Treibenlassen oder die mühevolle Rückbesinnung auf den Ursprung, das Nachtasten der Strukturen im Geiste, das Forschen und Ringen um Einsicht, die Suche nach dem Sinn und Ziel möglicher Wandlung. Und dann geschieht es neu in jeder Epoche, in anderer Sprache für jede Generation, aber in Auslegung der gleichen ur-ewigen Wahrheiten , dass der Fragende und Suchende Antwort findet, weil einzelne Große zum Wegbereiter werden, weil einzelne, die ungeheure Last der Bewältigung des Ganzen auf sich nehmend, die Teile sinnvoll einzufügen lehren und so das Dunkel lichten, den Weg überschaubar machen, den Ursprung aufweisen und den Wandel deuten.

Jean Gebser war ein solcher Wegweisender und Sinndeuter, und er bleibt es über seinen Tod hinaus, denn jetzt erst, da sein eigenes Leben zu dem Ursprung zurückkehrte, von dem er kündete, wird der ganze Umfang seiner Botschaft einem wachsenden Kreis von Fragenden und Suchenden deutlich. Diese Botschaft vom Ursprung, von der Wandlung des Bewusstseins und damit zugleich der geistigen Existenz der Menschheit und des Einzelmenschen, soll hier aufgenommen und weitergetragen werden. Zugleich gilt es zu erkennen, wie sie entstand und welche konkrete Form sie im Verlauf seines Lebens annahm. Denn Wandeln und Wachsen, Reife und Vollendung, von denen er berichtet, werden auch in seinem eigenen Lebenswerk als Stufen sichtbar, als eine geistige Evolution, die doch um einen Gedanken von ihm aufzugreifen wie aller Fortschritt im unsichtbaren Ursprung schon beschlossen und geleistet war.

Dabei ist er seiner Zeit um eine ganze Generation voraus, denn er macht Mut, wo wir noch nicht einmal begonnen hatten, uns zu fürchten, er tröstet im Vorgriff auf eine Trauer, die uns noch bevorstand. Glaubten wir nicht alle nach dem Krieg an ein Ende der Krisen, war nicht der Beginn einer durch Leiden geprüften, besseren Welt zu erwarten? Rückblickend muss uns die Zeit um 1949/50 heute fast idyllisch erscheinen: überall Wiederaufbau und Vernarben alter Wunden, überall frische Hoffnung. Wer außer Gebser sah damals eine «globale Katastrophe» des Geistes herannahen, wer gar schon 1932, bis wohin die ersten Wurzeln seines Werks zurückführen? Heute freilich wird uns klar, was er schon damals sah: «Grenzen des Wachstums», «stummer Frühling», Umweltkrisen, ideologische Zerreißproben. Der Physiker und Theologe Klaus Müller ruft heute verzweifelt nach einer Bewusstseinsänderung als einziger Rettung (1973), der Philosoph Arnold Gehlen proklamiert das « Ende der Geschichte» (1974)!

Nach seiner ersten Warnung, nach den von ihm erspürten Anfängen der «Abendländischen Wandlung» (1942), muss in wenigen Jahren intensiver Forscherarbeit das gewaltige Werk entstanden sein, dessen erster Teil dann im Winter 1947/48 zu Papier gebracht wird: «Ursprung und Gegenwart». Wiederum ist das Hauptanliegen, vom Werden eines neuen Bewusstseins im Menschen zu berichten. Dieses wird nun aber in einer Gesamtschau von hoher ordnender Kraft als das zu erreichende Endstadium einer fünfstufigen geistigen Entfaltung gesehen. Sie bringt zugleich einen tiefen Einblick in die Schichtenfolge unseres eigenen Lebens und Erlebens, denn - so schreibt er - «wir haben immer wieder betont, dass die geschilderten Strukturen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern dass sie Wirklichkeit sind, Gegebenheiten, die uns konstituieren».

Die fünf Bewusstseinsstufen, durch die die Menschheit im Laufe der Kulturentwicklung zu gehen hatte und die in strenger Einhaltung des biogenetischen Grundgesetzes jeder einzelne in dieser Menschheit heute wachsend und reifend durchlaufen muss , nennt Gebser die archaische, die magische, die mythische, die mentale und schließlich die integrale. Diese klare Strukturierung, für die es in ihrer Eindeutigkeit und ordnenden Kraft kein Vorbild gibt, die vielmehr allein als sein Werk zu bezeichnen ist oder als Fund seiner analytischen Kraft, steht in der Tat nicht nur auf dem Papier, sondern legt ein inhärentes Ordnungsprinzip der Wirklichkeit frei. Geschichte, Kunst, Philosophie, Religion, Sprache, Mythos und Naturwissenschaften finden ihren Platz, und das Chaos der Fakten, die sich aus vieltausendjähriger Kulturgeschichte vor uns türmen und der Bewältigung harren, lichtet sich und wird in seiner klaren Schichtenfolge überschaubar. Evidenz wird transparent, Transparenz wird evident, um ein Wort Gebsers aufzunehmen. Wir haben uns diese fünf Existenzstufen geistiger Wirklichkeit vor Augen zu stellen, wenn wir die Botschaft Gebsers verstehen wollen.

Die archaische Struktur ist dem verborgenen Ursprung aller Dinge am nächsten, ja sie ist, wie Gebser vermutet, «anfänglich mit dem Ursprung selbst identisch». Sie ist «nulldimensional», ist geheimnisvoll unbegreiflich wie jeder Ursprung und bleibt für unsere Logik so paradox wie jeder Qualitätssprung aus dem Nichts ins Sein, wie die Creatio ex nihilo der Theologen und wie der Urknall der Physiker. Und doch lassen sich Hinweise auf diesen nulldimensionalen Zustand frühmenschlichen Bewusstseins finden: Gebsers gelehrter Spürsinn treibt gleich zwei von ihnen auf. Chinesische Weisheit berichtet von der Traumlosigkeit der Menschen der Urzeit, und gleichzeitig weiß man dort, dass Grün und Blau als Farben (Erde und Himmel als Begriffe) noch mit einem gemeinsamen Wort bezeichnet, also noch nicht unterschieden, sondern als eins empfunden wurden. Problemloser Einklang von Innen und Außen, Ungeschiedenheit (und das heißt theologisch: Sündlosigkeit) als paradiesischer, vorgeburtlicher Zustand der totalen Geborgenheit, der Identität mit dem Sein, sind hier noch gegeben, und aus dieser Sicht gelingt Gebser auch die Deutung eines dunklen Platon-Wortes, das einen späteren Zustand meint: «Die Seele ist zugleich mit dem Himmel entstanden!» Unser konkretes Wissen greift nicht in jenes Dämmern, unser Ahnen kann nur weniges ertasten von diesem archaischen Zustand, an dessen ungebrochene Harmonie uns die Sphärenklänge der Musik noch am nächsten heranführen und der in seiner Ferne und Unbegreiflichkeit doch so gewiss und so notwendig vorausgesetzt werden muss wie unser eigener vorgeburtlicher Zustand, den wir nicht verstehen, an den wir uns nicht erinnern und der doch als erste Anlage unseres Seins den Bogen unserer Existenz bis in unser Alter trägt. Aller Ursprung bleibt rätselhaft für die nach ihm zurückblickende Ratio, das Archaische ist nicht das Primitive, sondern das Ferne und notwendig Komplizierte, ja Paradoxe, das von der Gipfelhöhe des Intellekts nicht mehr entziffert werden kann!

Aus dieser Urschicht bricht eine Mutation heraus: die magische Bewusstseinsstruktur, eine neue Qualität menschlicher Existenzweisen. Sie ist «eindimensional», setzt den Punkt erster Zentrierung im Menschen, gebiert im Inneren des Seins einen Ort, der das Licht reflektiert — Handeln wird möglich, Machen, Magie. Noch ist dieser Punkt als Monade nur Spiegel des Seins, ohne es bewusst zu begreifen: schlafwandlerisch, säuglingshaft in sich selbst ruhend, ist ihm die Welt noch ein schemenhaft ungeschiedenes Gegenüber, aber «er beginnt zu wollen»! Ein triebhaft-vitales Bewusstsein entfaltet sich und bindet den noch Ichlosen in die Geborgenheit eines Gruppen-Ichs, in die Blutsverwandtschaft einer Sippe, eines Clans. Mit diesem und in diesem wird er zum «Macher», zum «ersten Freigelassenen der Natur», der ihren Bann löst: eben mit der Magie des Wollens und Machens. Er stellt Werkzeuge als materielle Wirkungsträger her: Faustkeil, Beil und Speer, Pfeil und Bogen. Aber in der noch dämmrigen Ununterschiedenheit seiner Eindimensionalität, in der Raum- und Zeitlosigkeit seines Empfindens, greift er wollend, wirkend, beschwörend auch in den Bereich des Immateriellen, treibt Jagdzauber, übt magische Macht über Gesundheit und Leben und pflegt ekstatischen Umgang mit Naturkräften und Dämonen. Dabei wird das Ritual zum Inbegriff der geformten, gerichteten Handlung, zur neuen Norm und zum kulturellen Gesetz, mit dessen Hilfe er den Ausbruch aus der Gnadenlosigkeit der Naturgesetze erzwingt. Die Zauberformel, das richtige Rezept, das geheime Zeichen, sie werden vom magischen Menschen der Natur abgelauscht; er ist noch ganz Ohr, Empfangen und Lauschen sind seine eigentlichen Umgangsformen mit der Wirklichkeit. Daher ist auch die Sprachlosigkeit – oder nennen wir es: Vor-Sprachlichkeit das Merkmal jener Struktur. Gebser weist zum Beleg auf alte bildliche Darstellungen von mundlosen Menschen, wie sie sich bei australischen Urvölkern ebenso wie in den steinzeitlichen Idolen Eurasiens finden lassen. Sprache ist noch nicht nötig, wo punkthafte Unität, telepathische Solidarität, die Mitglieder des Clans verbindet wie die Vögel eines Schwarms.

Gewiss sind diese magischen Strukturen schwer zu beschreiben, fast mehr in dichterischer Sprache zu besingen als in nüchterner Wissenschaftlichkeit zu definieren. Aber Wissenschaftlichkeit selbst ist eben die viel spätere, die mentale Struktur, und mit ihren Mitteln kann man sich im Rückblick nicht nur der archaischen, sondern auch der magischen Wirklichkeit kaum nähern. Der erwachsene, zum Ichbewusstsein erwachte Mensch kann auch nur schwer und nur dämmrig-ungefähr in seinen eigenen früheren Säuglingszustand zurücktasten, und doch hat es ihn gewiss gegeben, und er ist noch heute mitten in seinem ichbewusst handelnden Selbst als Instinktives, Säuglingshaft-Unreflektiertes, Magisch-Wollendes und Ritualisiertes jederzeit gegenwärtig.

Die nächste Stufe, die mythische, ist unserem Intellekt schon näher, sie ist greifbar wie die Märchen der frühen Kinderjahre und kann daher deutlich und klar geschildert; ja sie kann von Gebser sogar in ihrer Entstehung historisch gefasst werden. Denn mit ihr, mit der Mutation zur mythischen Bewusstseinsstruktur, wird Historie in unserem Sinne möglich, nun erst taucht im Begreifen des Menschen die Zeit auf. Als Jahreszeit schlägt sie den Puls und Herztakt der Vegetationsgötter, als Sternbild regiert sie die Bahnen der Himmelsgötter. Gesprochenes Wort eben «Mythos» in seiner ursprünglichen Bedeutung kündet von einer dem neuen Bewusstsein sich enthüllenden zweidimensionalen Welt, in der sich das punkthafte Selbst zur Linie weitet und mit dem emotional begriffenen Du zum Kreise schließt. Hier liegt der Ursprung der Sprache, der nach Buytendijk ein «Ur-Sprung» ist. Die Seele ist nun geboren, «zugleich mit dem Himmel», um an Platos dunkles Wort zu erinnern. Die Seele aber lebt in Bildern (das weiß heute die Tiefenpsychologie), sie wird von Bildern genährt, und sie, der ein Gott gab «zu sagen, was sie leidet», spricht sich in Bildern aus. Aus den Götzen der magischen Stufe werden nun die Götter, Himmel und Erde bevölkern sich mit ihnen, und in ihrem Wandel und Wirken gestaltet sich die Welt und entwirft sich die Seele ihr eigenes rhythmisch flutendes Leben. Das Gesetz dieses Lebens heißt Bewegung, aber es ist noch nicht die im dreidimensionalen Raum, sondern sie verläuft in der Ebene, im zweidimensionalen Spannungsfeld von Polaritäten. Diese sich wechselseitig tragenden und bedingenden Pole stecken die Weltenden jeder Möglichkeit und jeder Wirklichkeit ab: oben und unten, hell und dunkel, profan und heilig, männlich und weiblich. Das sind dem mythischen Bewusstsein die Signaturen der Wirklichkeit, in der der Mensch wie seine Götter wird: erkennend das Gute und das Böse!

Diese Welt des mythischen Bewusstseins ist uns allen vertraut, sie ist ja das Fundament unseres ihm aufruhenden, hellen Tagesbewusstseins, sie spricht in unseren Träumen zu uns, oder anders gesagt, in sie sinken wir im Traum zurück wie in ein altes, vertrautes Heimatland der Seele und tauchen am Morgen erfrischt und gestärkt aus ihr wieder auf. Wo aber das allzu herrische Tagesbewusstsein die Bilder des mythischen Urgrundes bedroht und verdrängt, da ziehen sie sich in Tiefen zurück, in die unsere Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies ihnen nachspürt und nachtrauert, bis wir uns entschließen, wieder herabzusteigen «zu den Müttern» wie Faust, der von dort den verlorenen Schlüssel zur Welt heraufholte. Das Mütterliche, der bergende und austreibende Schoß der Mutter, der ewig lockende und zugleich unheimlich bedrohende Schoß der Sirene, sie sind im mythischen Bewusstsein (und damit im Zeitalter der vorchristlichen Jahrtausende) das Zentrum des Kreises, sind Polarität des Ausgangs und Eingangs, des Lebens und Sterbens, des Seins und Nichtseins. Der Mann empfindet sich vor dem Hintergrund der Mütter als die Nicht-Frau, als der, der anders ist als die Mutter, entfernt vom Zentrum des schöpferischen Seins und ohne Möglichkeit, selbst neues, zeugendes Zentrum zu werden. Matriarchat ist das Kennzeichen des mythischen Bewusstseins, und im Lichte dieser Erkenntnis Gebsers werden alle früheren Entdeckungen Bachofens über die mutterrechtlichen Kulturen erstmals verständlich als notwendige Konsequenz einer zweidimensionalen Bewusstseinslage jener Zeiten. In der Tiefenpsychologie einer Esther Harding und eines Erich Neumann werden diese Zusammenhänge heute neu begriffen und machen so das Mythische als das «Ewig-Weibliche» in uns allen transparent.

Dies ist der geistige Boden, aus dem dann die Mutation entstehen kann, die sich als die unmütterliche, als die asexuelle – als die wie Athene dem Haupt des Zeus rein Entsprungene – versteht: die mentale Struktur. Ihr Entstehen hat Gebser in den geistigen Ereignissen des antiken Griechenlands um 500 v. Chr. deutlich gemacht, ja, von diesem Datum her entwickelte er ursprünglich das ganze Konzept des Wandels geistiger Strukturen. Was sich dort im griechischen Denken formte, was sich vorher schon im Umbruch des religiösen Empfindens Israels tat und was er bei den chinesischen Weisen um 1ooo v. Chr. aufspürt (etwa in der Redaktion des Orakelbuches I-Ging zum Weisheitsbuch durch den legendären König Wen), gehört zum gleichen Prozess des Aufbruchs aus der mythischen in die mentale Struktur. Das männlich-ich-hafte Wachbewusstsein tritt nun auf, die Ebene weitet sich zum dreidimensionalen Raum, die perspektivische Welt wird möglich. Griechische Wissenschaftslehre, jüdische Heilslehre und römische Staats- und Rechtslehre werden zur «Absprungbasis» einer neuen Bewusstseinshaltung. Die Ratio beginnt ihre Herrschaft über den Menschen und über die Welt: Zählen und Messen, Abzählen und Bemessen, werden zur Grundlage verstandesmäßiger Weltbewältigung. Aus dem Kreise der wechselnd-flutenden Polarität wird das starre und gleichschenklige Dreieck der Alternative: Entweder-Oder, das Gesetz der Aristotelischen Logik, wird zur Basis des Weltbegreifens. Nicht länger gelten Hell und Dunkel, Gut und Böse, Mann und Frau als ergänzende Pole, sondern Hell oder Dunkel, Gut oder Böse, Vater oder Mutter werden nun Aufruf zur Entscheidung, die im Prozess des Scheidens das eine annimmt und das andere verwirft. Das Dreieck weist mit seiner Spitze perspektivisch nach oben − eines nur kann oben sein, ein Gott nur kann sein, eine Wahrheit nur. Kein Nebeneinander von Wahrheiten und von Göttern bleibt möglich, das Entweder-Oder des Aristoteles fegt den Götterhimmel leer und wird sich im «Aufbruch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit», in der Aufklärung, zum allgemeinen Bildersturm entwickeln, der schließlich mit den Bildern auch die Seele des Menschen leerzufegen droht.

Das andere – nicht länger mehr gleichwertiges Gegenüber einer Polarität, sondern Alternative der Dualität ist nun das Bessere oder Schlechtere, das Richtige oder das Falsche. Nicht länger empfindet sich der Mann als die Nicht-Frau und Nicht-Mutter, als dem Ursprung fernerer Pol, sondern er wird nun zum «eigentlichen» Menschen, zum Patriarchen. Die Frau ist nun der Nicht-Mann: «Ischa» (Männin) nennt sie Adam, der sie aus seiner Rippe gebiert, so wie er nun alles benennen, abzählen und beherrschen wird. Zwar kann er nur mit Hilfe des Weibes «Gut und Böse» erkennen und wird für diese Erkenntnis die Geborgenheit des Paradieses eintauschen, aber in der mentalen Weiterentwicklung des mythischen Wissens wird er die Polarität zerbrechen und das duale «Gut oder Böse» daraus machen, das zur Entscheidung zwingt, zum Kampf, zur Ablösung, zur Sonderung (Sünde), und das zur ewigen Versuchung wird, selbst der Gott zu sein, der Gut und Böse setzt!

Der dramatische Umbruch vom Matriarchat zum Patriarchat, wie ihn Bachofen schon in den tragischen Spannungen der Orest-Tragödie aufzeigte, ist die radikalste Revolution des Denkens, die die historische Menschheit zu durchstehen hatte und die jeder von uns in der Krise der Pubertät neu zu durchstehen hat. Wie brennend modern die Problematik dieses Umbruchs und die revolutionäre Kraft des neuen Denkens sind, wie notwendig die Rückbesinnung auf die in diesem Umbruch und im Schlachtgetümmel des Geistes bedrohte Position des tragenden seelischen Grundes, dem der Geist hier zum «Widersacher» wird, das mag ein Zitat aus Gebsers Hauptwerk zeigen. Es gelingt hier, ein Fragment des «dunklen» Philosophen Heraklit zu erhellen und einzubringen in die von Gebser so klar erschaute Totalität einer das Matriarchat und das Patriarchat überhöhenden integralen Weisheit:

«Die fahrlässigen Propagandisten des Heraklitfragmentes, ,Der Krieg ist der Vater aller Dinge`, also die machtlüsternen, vaterbesessenen Militaristen und Politiker und selbst die von deren Mentalität infizierten Interpreten der Heraklitfragmente, kamen alle aus ihrer patriarchalischen Einseitigkeit heraus noch niemals auf den Gedanken, dass es sich bei jenem autoritären Satze des Heraklit um ein Bruchstück handeln könnte. Sie gaben, scheint es, sich noch nie Rechenschaft darüber, dass er, wie wohl alle Aussprüche des Heraklit, nur vollsinnig ist, wenn er durch den ergänzenden Pol vervollständigt wird. Uns wurde nur das Bruchstück eines wahrscheinlich größeren Satzgefüges überliefert; und es ist symptomatisch, dass uns gerade dieses Bruchstück überliefert wurde. Denn jener Halbsatz ,Der Krieg ist der Vater aller Dinge` dürfte in der oder jener Fassung einstmals durch einen anderen Halbsatz ergänzt gewesen sein, dessen Sinn sich vielleicht so ausdrücken ließe: ,Der Friede ist die Mutter aller Dinge.` Und selbst wenn der ergänzte Satz in der oder jener Formulierung niemals von Heraklit geschrieben worden wäre, so hat er ihn doch schweigend deutlich ausgesprochen: Denn das Buch ,Über die Natur`, aus dem die uns bekannten Fragmente stammen, weihte Heraklit der Artemis von Ephesos, der ,Großen Mutter`, derselben, deren Bild einst Orest, um sich von den Erinnyen zu befreien und auf Apollons (!) Geheiß, aus dem Lande der Taurer nach Griechenland brachte.»

Es bedarf keiner weiteren Beschreibung der mentalen Bewusstseinsstruktur: Es ist die unsere auf weiten Strecken unseres Denkens und Handelns, sie ist das tragende Gerüst für unsere Epoche, sie ist ihr Glanz und ihr Elend zugleich. Aber Gebser wäre nicht, der er ist, hätte er nur den Untergang des Abendlandes einzuläuten. Zwar weist er mit großer Eindringlichkeit auf die Risse und Sprünge unserer Welt hin, prophezeit mit hellsichtigem Spürsinn das Wanken des Tempels mentaler Strukturen, deren vier Grundsäulen in unserem Jahrhundert endgültig zerbrechen (die Euklidische Geometrie, die Aristotelische Logik, die Demokritische Atomlehre und die Aristarchische Heliozentrik), aber er erkennt in diesem Wanken die Geburtswehen eines neuen, rettenden Sprunges: der Mutation zum integralenBewusstsein:

«Da das Positive, das Aufbauende, sich stiller vollzieht als der Radau, den das in sich Zusammenstürzende macht, werden diese Gegenströmungen leicht überhört in einer Welt der Götterdämmerung und einer gewissen Lust am Untergang», sagte Gebser einmal, und seine eigentliche Botschaft liegt eben in dem Hörbarmachen des Stillen, im Sichtbarmachen des sich erst im Dämmern des Morgengrauens Gestaltenden. Im Lichte dieses integralen Bewusstseins wird der mentale Raum- und Zeitbegriff gesprengt, und eine vierdimensionale Betrachtung wird möglich. Der Raum krümmt sich in der Zeitdimension, die divergenten Linien der Perspektive wölben sich zur Kugel, die Welt wird in ihrer Unendlichkeit greifbar als Raum-Zeit-Sphäre, als in sich selbst rollendes Rad. Gebser hat die «Konkretionen der aperspektivischen Welt» in einem eigenen Band seines Hauptwerkes ausführlich dargestellt, hat ihre Spuren in Naturwissenschaft und Philosophie, in Musik, Malerei und Dichtung gefunden. Für den Naturwissenschaftler besonders wird das neue, noch zögernd bewältigte Denken im Umgang mit dem Paradoxen notwendig — mit dem Widersprüchlichen, das am Ende atomistischer, dualistischer, alternativer Weltentzifferungsversuche auf ihn wartet. Aus dem engen Pferch der Aristotelischen Logik, die mit ihrem Entweder-Oder die Welt zu bequemer Entscheidung zurüstet und dabei Wirklichkeit verstümmelnd vereinfacht, wird das integraleSowohl-als-Auch, das komplementäre Denken, wie es die Atomphysiker Nils Bohr und Werner Heisenberg angesichts der mikrophysikalischen Paradoxe entwickeln. Materie oder Energie, Ursache oder Wirkung, Ort oder Bewegung, Subjekt oder Objekt: die Überwindung dieser Gegensätze unserer mentalen Begriffsschemata ist zur Erfassung physikalischer Wirklichkeit ebenso notwendig wie im Prozess der Kulturentwicklung die Überhöhung der Gegensätze von Matriarchat oder Patriarchat zum Integrat und wie in der christlichen Religion angesichts des Paradoxons von «ganzer Mensch und ganzer Gott», von Freiheit inmitten der Knechtschaft, von Tod, der in den Sieg verschlungen ist, die demütige Anerkenntnis der «Torheit des Kreuzes», die sich in der integralen Liebe aufhebt.

Das Integrale hebt das Mentale auf, aber nicht, indem es beiseite schiebt und verdrängt, sondern indem es die niedere Stufe der Wirklichkeit umschließt, überhöht, integriert. Und so hob vorher das Mentale das Mythische auf, und das Mythische überhöhte das Magische. Dies ist der Kern der hoffnungsvollen Botschaft, die wir Gebsers Werk entnehmen dürfen: Die Wahrheit hat viele Stufen, die starre duale Alternative ist überwunden! Aus den Götzen werden die Götter, aus ihnen wird der eine Gott, aus ihm die Gottheit. Keine einmal errungene Stufe muss aufgegeben und als wertlos, als überholt verworfen werden, sondern jede behält ihren Sinn und damit ihre Qualität als Wirklichkeit. Gibt es Götter, oder gibt es sie nicht? Dieser Frage kann das mentale Entweder-Oder schon im vorgegebenen Ansatz nicht gerecht werden. Die Antwort wird erst in der integralen Stufe gefunden, und sie heißt im umfassenden und verstehenden Rückblick auf niedere Stufen des Bewusstseins: Für die magischeStruktur gibt es noch keine Götter, nur dämonische Kräfte, Götzen, Kultheroen, Fetische sind hier die Formen erfahrbarer Wirklichkeit, nur sie «gibt» es. Die mythischeStufe findet dann ein klares Ja auf die Frage nach den Göttern, die mentaleStufe aber muss am Ende ihres Weges zum klaren Nein gelangen, denn sie entmythologisiert, sie löst die Bilder mit ihrer analytischen Kraft zu «Feldern» auf. In der integralenStruktur des Bewusstseins aber wird schließlich deutlich, dass das Mentale, das Rationale, nicht die letzte mögliche Antwort war, sondern dass Mythos und rationale Entmythologisierung zu integrieren sind in eine umfassende Einsicht, in der die Götter wieder so lebendig sind wie die Struktur des Geistes, die sie sichtbar machte, und in der wir uns wieder zur Wirklichkeit der Wahrheiten der mythischen Stufe bekennen können, ohne die Klarheit der Ratio aufzugeben.

Fünf Stufen der Wirklichkeit, fünf sich steigernde und aufeinander aufbauende Schichten menschlich-geistiger Existenz und Weltbewältigung, die uns wachsend und reifend aus dem Ursprung in die Gegenwart führen. Ein hoffnungsvolles, ein grandioses Bild! Man möchte mit dem vom Anblick der Harmonie der Weltstruktur ergriffenen Faust ausrufen:

„Wie alles sich zum Ganzen webt,

eins in dem andern wirkt und lebt,

wie Himmelskräfte auf- und niedersteigen

und sich die goldnen Eimer reichen!“



Kann eine solche Gesamtschau, eine solche tröstliche Botschaft, in der die Welt transparent wird, von einem einzelnen ausgehen? Sie kann nur von einzelnen ausgehen, denn nur die höchste, die integrale Stufe der Individuation, das wache Tagesbewusstsein eines vollentwickelten Ichs, kann diese Botschaft wahrnehmen. Solche großen einzelnen, solche Botschafter der Harmonie und des in der Gegenwart evidenten und transparenten Ursprungs hat es zu allen Zeiten gegeben, in denen der integrale Funke im Spannungsfeld des Mentalen und in der Gewitteratmosphäre des Mythischen zündete. So hat auch Gebser Vorgänger gehabt, denn selbstverständlich ist der Gedanke der stufenweisen Entwicklung der Welt und des einzelnen in ihr nicht neu. Er ist der tragende Grund von Goethes Weltsicht, ja er ist Goethes tiefstes Credo und hat in der Legierung, die dieses Credo mit der Gnosis in Steiners Anthroposophie erfuhr, viele und detaillierte Grundeinsichten in den Schichten- und Stufenbau der Wirklichkeit proklamiert, die aber wegen ihrer diffusen Offenbarungsquellen und ihrer magisch-mythischen Irrationalität die mentalen Strukturen unserer Zeit eher abschrecken als überzeugen. So wird dort keine dem mentalen Bewusstsein verifizierbare Wissenschaft, sondern seherische Verkündigung betrieben, und gerade die ist der kritischen Skepsis der Ratio so verdächtig, dass unser Zeitalter mit irrationaler und seiner Mentalität unwürdiger, barscher Ablehnung reagiert, wo doch abwägende Prüfung angemessen wäre!

Im Grunde aber ist die Vorstellung von den Stufen des geistigen Werdens der Welt viel älter. Sie geht auf Joachim de Fiore zurück, der um 1200 seine Lehre von den drei Reichen aufstellte: Auf das Reich des Vaters wird in der Weltgeschichte das Reich des Sohnes folgen (das tausendjährige Reich der Chiliasten) und auf dieses das «Dritte Reich», das des Heiligen Geistes, die «Kirche des Johannes». Den Anbruch dieses Dritten Reiches erwarteten Joachim und seine Jünger im Blick auf Kaiser Friedrich II. für das Jahr 1260 — den Kulminationspunkt der mentalen Struktur und damit zugleich auch die Grundlegung des Integralen hat Gebser später für exakt diese Zeit deutlich gemacht. Die Vorstellung der Abfolge dieser drei Reiche wurde vom ausgehenden Mittelalter ab zum festen Bestand europäischer Geschichtsphilosophie. Lessing, Hegel und Schelling, Dostojewski, Spengler und Ziegler haben, jeder auf seine Weise, diesen Grundgedanken verarbeitet, und es fällt nicht schwer, seine Spuren auch in Gebsers Werk wiederzufinden. Welches Werk hätte keine Vorläufer? Aber nirgends in der Moderne außer bei Spengler ist in systematischer Abhandlung und klarer Scheidung die Struktur dieser Schichtenfolge im Detail durchdacht und geordnet worden, noch dazu unter Berücksichtigung aller Kulturen und aller ihrer Bereiche.

Damit wären wir bei Oswald Spengler ein Weggenosse, ein kongenialer Seher des gleichen Sachverhaltes? Nichts wäre falscher als eine solche Verkennung Gebsers; er hat sich deutlich genug dagegen gewehrt. In der «Abendländischen Wandlung» schon schildert er den biologischen Vitalismus, der als Fehlentwicklung und Überinterpretation zum Biologismus entartet. Gebser warnt dann vor dessen den Geist unterminierender Wirkung und spricht die Hoffnung aus, dass Spenglers «Untergang des Abendlandes» «der erste und hoffentlich letzte Versuch einer ,Völkerbiologie` bleibt, den wir über uns haben ergehen lassen müssen». Wirklich lässt sich kein größerer Unterschied denken als der zwischen Spenglers biologischen Alterungsphasen völkischer Kulturen ihrem Wachsen, Reifen und Absterben – und der geistbetonten Einsicht Gebsers in das quer durch die Völker hindurch ziehende und zunehmend von den einzelnen getragene Anwachsen des Bewusstseins von Stufe zu Stufe, von Mutation zu Mutation. In diesem Anwachsen auf ein Endgültiges hin, auf ein Näher und Näher zum Geist, zur «Gottheit», lebt wieder die Goethische Weltschau, der die Erde als eine «Pflanzschule für Geister» erschien. In dieser Weltschau wird von Gebser mit dem seit damals unvorstellbar angewachsenen Wissen und den völlig neuen kulturgeschichtlichen Fakten erneut ein tragendes und in sich ruhendes Gebäude errichtet.

So gibt es in unserer Zeit tatsächlich nur ganz wenige geistige Bewegungen, die mit Jean Gebsers Botschaft vergleichbar wären. Er selbst hat sie genau erkannt: Sie gehen von Teilhard de Chardin aus und von Sri Aurobindo, sie finden sich im Ansatz, doch ohne ordnende Kraft, auch im Buddhismus, vor allem im japanischen Zen. Gebser selbst wies im Vorwort einer späteren Auflage seines Hauptwerkes darauf hin, welche wesentlichen Unterschiede grundsätzlicher Art zwischen ihm und diesen Quellen bestehen. Teilhard ist Katholik, Aurobindo ist Hinduist mit allen Konsequenzen, die eine dogmatische Bindung an ein religiöses System für eigene schöpferische Aussage bringen kann. Gebser allein weiß sich frei von allen vorwissenschaftlichen Vorentscheidungen und nimmt es auf sich, sein Weltbild als «allgemeinabendländisch» zu bezeichnen, er allein ist systematisch, gibt nicht nur Wegweisungen in die neue Richtung die Aurobindo «supramental» nennt und Chardin den Weg zum Punkte «Omega» , sondern entwirft als Ziel dieses Weges eine Welt, in der alle Bewusstseinslagen ihren angemessenen Ort finden. Übrigens wurden Aurobindo wie Teilhard de Chardin erst nach 1955 in Europa bekannt, Gebsers Werk aber war zu jener Zeit längst erschienen.

Er allein hat die fünf Entfaltungsstufen der Menschheit und des einzelnen in einsamer Anstrengung und im unermüdlichen Studium von Tausenden von Quellen entdeckt und beschrieben, er ist wie ein neuer Ptolemäus, der den Menschen wieder zurechtrückt, nämlich in den Mittelpunkt eines Systems von Kugelschalen, deren Sphärenmusik er uns wieder zu vernehmen lehrt. Denn was sind die fünf Bewusstseinsstufen anderes als Schichten, die sich wachsend umeinander legen wie Ringe um einen ins Wasser geworfenen Stein? Und Gebser lässt keinen Zweifel darüber, wer hier den Stein ins Wasser warf: Der Mensch hat sich nicht selbst geschaffen, auch schafft er nicht (als Subjekt) die (objektive) Welt, sondern er ist von Anfang an in ihr, ist «Ursprung und Gegenwart» zugleich als Erschaffener, dem im integralen Bewusstsein die Schöpfung diaphan wird und der in ihrem Grunde den Ursprung aufleuchten sieht.

Fünf Stufen der Wirklichkeit, wie Gebser sie freilegte als tragende Strukturen der Welt das ist zugleich Hoffnung wider alle Furcht vor dem Ende der Geschichte, das bedeutet endgültige Überwindung des gnadenlosen Entweder-Oder der zweistufigen Logik, an der unsere Zeit in ihrem Kern leidet. Aus dem Aristotelischen Trick der Ratio wird in dieser Schau die Mehrwertigkeit der Wirklichkeit als die allein angemessene Annäherung an eine Wahrheit, die unsere Mühen des Anstiegs auf den Sprossen der Jakobsleiter lohnt. Das Ziel ist die integrale Anschauung des reinen Geistes, den wir Gott nennen. Und den Gebser Gott nennt, auch wenn er sich von Teilhard de Chardin systematisch abgrenzt, auch wenn er diesen Begriff der zu überwindenden mentalen Schicht zuschreibt und in der integralen Struktur lieber von der «Gottheit» sprechen möchte.

Ich denke, wenn ich Gebsers behutsame und doch eindeutige Haltung der Anerkennung Gottes für die eigene Existenz und damit seinen Glauben transparent machen soll, an eine Bemerkung, bescheiden am Rande einer Diskussion gemacht (und durch Tonbandnachschrift in die Eutiner Protokolle der Paulusgesellschaft von 1965 geraten). Sie enthielt ein Bekenntnis von großer Tiefe und Schlichtheit, und sie verdient, hier in Erinnerung gebracht zu werden: «Was ist schließlich Menschsein, wenn nicht der Versuch, demütiger Mitarbeiter Gottes zu sein!» Gebser fügte damals sogleich und fast erschrocken hinzu: «Das ist eine façon de dire, gewiss. Nehme jeder das Wort Gott hier in seinem Sinne!» Aber gerade diese respektvoll einschränkende Aufforderung macht mir Mut, das Wort «Gott» hier in meinem Sinn zu nehmen: Nicht als den Gott der Philosophen, der doch, wie Gebser sah, eine mentale Einseitigkeit und Reduktion der umfassenden Wirklichkeit ist, sondern als den Gott der Evangelien, als den Gott, der die Liebe ist, wie es in der integralen Kraft des Johannesbriefes heißt und wie ihn Joachim von Fiore vor fast achthundert Jahren für seine «Kirche des Johannes» vorausahnte.

Nur durch die integrale Kraft dieser Liebe kann die Welt gerettet und können wir vor der drohenden Katastrophe einer einseitigen Rationalisierung und Dualisierung bewahrt werden. Aber diese Rettung ist möglich! Jean Gebser hat ihren Hoffnungsschimmer im Morgendämmern der neuen Geisteshaltung unserer Epoche erblickt. Seine Botschaft von dem Wandel, in dem diese Rettung sich anlegt, macht uns allen Mut, auf diesen Wandel zu hoffen und selbst – so wie er es vor uns tat – mit unserem Sein zum Werden des Neuen und Rettenden beizutragen”