Über homöopathische Potenzen und deren Dosierung

Die Frage der Potenzwahl und der Dosierung der homöopathischen Arzneien ist eine Sache des erfahrenen Therapeuten, die auch diesen immer wieder einiges an Fingerspitzengefühl abfordert. Nebst klaren Regeln (wie unten in der Tabelle zusammengefasst) ist es wichtig die Dosierung der homöopathischen Arzneimittel individuell auf den jeweiligen Patienten anzupassen. Der Gründer der Homöopathie Samuel Hahnemann sprach von einem Verhältnis eines unempfindlichen Patienten zu einem auf homöopatische Arzneimittel sehr sensibel reagierenden Patienten von Eins zu Tausend. Dies konnte ich im Laufe meiner Praxisjahre bestätigen.

Die Homöopathie hatte jedoch nicht, wie so häufig angenommen wird, ihren Ausgangspunkt in den ultrakleinen und potenzierten Dosen. Die homöopathischen Potenzen waren eine spätere Entwicklung Hahnemanns, die er aufgrund praktischer Erfahrungen in die Homöopathie einführte. Denn die Erfahrung zeigte, dass je genauer, individueller, eine Arznei auf einen Krankheitszustand angepasst wurde, um so weniger Arzneireiz notwendig war um eine Heilreaktion hervorzurufen.

Dies hat unter anderem den großen Vorteil, dass aufgrund der Kleinheit der Dosen nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Folgend der Versuch eines bündigen Überblick zu dem komplexen Themenbereich.

Prinzipiell unterscheidet man drei Arten von homöopathischen Potenzen
1. C-Potenzen
2. Q oder LM-Potenzen
3. D-Potenzen

Hintergrund
Der Gründer der Homöopathie Samuel Hahnemann führte zuerst die C Potenz ein. Über 30 Jahre wandte er sie in der Praxis an. Im Jahre 1842 führte er mit der Veröffentlichung der sechsten und letzten Ausgabe seines Organon der Medizin eine neue Zubereitung, die so genannte LM oder Q Potenz, ein. Die D Potenzen wurden von einer Splittergruppe der Homöopathie aufgrund theoretischer Einwände bezüglich der sehr hohen Verdünnung der C Potenz eingeführt.

Vergleich der 3 Arten von homöopathisch potenzierten Arzneimitteln

  C Q/LM D
Verdünnung je Potenzstufe 1/ 100 1/ 50 000 1/ 10
*Dosierung im Generellen In chronischen Fällen:
2-5 Globuli trocken unter die Zunge. Eine Gabe.

In akuten Fällen:
2-5 Globuli verdünnt in Wasser. Wiederholung der Gabe im Abstand von 5 Minuten bis einmal täglich
In chronischen Fällen:
5-10 Tropfen in 100 ml Wasser auflösen. Davor die Flasche 5 oder 10 mal gegen eine harte Unterlage stoßen. Bei empfindlichen Personen weitere Verdünnung bis in das fünfte Glas.
Wiederholung der Gabe von zweimal täglich bis jeden fünften Tag
*
Anwendungsbereich Für chronische und akute Krankheiten Vorzugsweise für chronische Erkrankungen *


* Die Dosierungsanweisungen basieren auf den Vorgaben der 6. Auflage des Organons von Samuel Hahnemann und meinen persönlichen Erfahrungen. Zu den D Potenzen werden keine Aussagen gemacht, da ich auf keine ausreichenden Erfahrungen im Umgang mit den D Potenzen zurückgreifen kann.

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