Plausibilität
In der Diskussion um die Homöopathie wird immer wieder das Argument angeführt, dass die Homöopathie vom Gesichtspunkt der heutigen Wissenschaften betrachtet, als nicht plausibel anzusehen ist. Auf diese anscheinende Nicht-Plausibilität beruft sich auch Prof. Ezdard Ernst in seinem Leserbrief zur Kritik von Prof. Karl-Ludwig Resch an dem Buch der Stiftung Warentest »Die Andere Medizin.
Zitat Prof. Edzard Ernst:
“Am Rande sei bemerkt, dass Prof. Reschs Beispiel «Aspirin» unglücklich gewählt ist. Der Wirkungsmechanismus von Aspirin war tatsächlich lange Zeit unbekannt, es war jedoch immer klar, dass ein solcher Mechanismus gefunden werden konnte.
Bei Homöopathie oder Bach-Blütentherapie ist das prinzipiell anders. Hier ist Plausibilität nicht mit dem heutigen Verständnis von Pharmakologie, Physik, Chemie usw. vereinbar. Es ist daher auch nicht abzusehen, dass ein Wirkungsmechanismus auffindbar ist.”
Bei dieser Argumentation umgeht Prof. Ernst den Sachverhalt, dass für die Homöopathie bereits theoretische Erklärungsmodelle entwickelt wurden (die sich der formalen Struktur der Quantenphysik bedienen). Dagegen zu halten wäre momentan noch, dass diese junge Theorien (seit 2002 in der wissenschaftlichen Diskussion) noch experimenteller Bestätigung bedürfen.
Nachtrag: im Kapitel Forschung Aktuell finden Sie eine erste experimentelle Bestätgigungen der generalisierten Quantentheorie: "Homeopathic pathogenetic trials produce more specific than non-specific symptoms: results from two double-blind placebo controlled trials"
In einem 2003 an der Universität Wien gehaltenen Vortrag erläuterte Walach die konkreten experimentellen Hintergründe des neuen Forschungsansatzes: »Generalisierte Verschränkung: Plädoyer für einen ontologischen Figur-Grund-Wechsel und ein paar Daten, die dabei helfen«.
Prof. Karl-Ludwig Resch teilt die Ansichten von Prof. Edzard Ernst nicht. Er bewertet das Heranziehen der Plausibilität im Rahmen eines wissenschaftlichen Disputs als der Sache generell nicht dienlich. Dazu ein Zitat aus seiner Kritik an dem Buch der Stiftung Warentest »Die andere Medizin - Gut gemeint aber schlecht gemacht«:
Zitat Prof. Karl-Ludwig Resch:
“Die breiten Darlegungen zur Plausibilität des jeweiligen Konzeptes scheinen mir weder hilfreich noch zielführend. Plausibilität wurde und wird im akademischen Disput als ein Bewertungskriterium herangezogen – allerdings hat meines Wissens noch niemand gezeigt, dass dieses Kriterium hinreichend hohe externe Validität in Bezug auf daraus abgeleitete Schlüsse besitzt. Es gibt aber unzählige Beispiele, dass plausible Modelle sich als falsch herausgestellt haben bzw. Therapien zuverlässig wirkten, auch ohne dass ein solches zur Hand gewesen ist. Aspirin wirkte in den fast 80 Jahren, die es auf dem Markt war, bevor der Wirkmechanismus endgültig aufgeklärt wurde, gut, zuverlässig und vorhersagbar. Mangelnde Plausibilität kann ebenso gut darin begründet sein, dass wir die tatsächlichen Zusammenhänge noch nicht kennen (können). Wer hätte etwa vor Erfindung des Geigerzählers gut bekannte Phänomene wie die Schneeberger Krankheit mit der (noch unbekannten) Radioaktivität in Zusammenhang bringen können? Gleichwohl manifestierten sich auch damals die Wirkungen der Radioaktivität reliabel und völlig unabhängig vom zugrunde gelegten Modell. Genau dies aber ist doch wohl das entscheidende Kriterium für einen Menschen, der Hilfe sucht.”
Siehe auch Wissenschaftliche Theoriemodelle in der Homöopathie